Grüße aus
Kalderian liebe Leute!
Wird Zeit, dass ich
auch mal zu Kalderian einen eigenen Blogeintrag mache. Kalderian
selbst ist ja schon relativ alt und wurde mehrmals überarbeitet.
Dennoch muss ich zugeben, dass es nch nicht sonderlich viel
schriftliches über Kalderian gibt, ein Umstand, den ich zu ändern
gedenke. Jedoch braucht dies seine Zeit und ich möchte die
Geschichte Kalderians zum einen natürlich in Chroniken und
dergleichen erzählen, aber auch in Form von kleineren und größeren
Geschichten. Ein Beispiel hierfür ist die Erzählung weiter unten.
Sie war die erste, die ich zum „neuen“ Kalderian, also im Rahmen
dieses Projektes jetzt geschrieben habe. Fallt dementsprechend nicht
so hart mit mir ins Gericht, wenn euch die Geschichte nicht gefällt.
Ich bin auch nur ein Mensch und übe mich noch im Schreiben solcher
Dinge.
Hier jetzt die
Geschichte:
Die
schwindende Abendsonne tauchte die Kutsche in ein rot-orangenes
Licht. Das Leder der rot-schwarzen Sitzbezüge glänzte im Licht.
Katherina blickte verträumt aus der Kutsche. Es war lange her, dass
sie in diesem Teil der Welt war. Erinnerungen an vergangene Zeiten
gingen ihr durch den Kopf. Schmerzliche Zeiten, Glückliche Zeiten.
Aber vorallem vergangene Zeiten. Die Zeit war voran geschritten und
mit ihr die Welt. Katherina schmunzelte als ihr bewusst wurde, dass
auch sie sich verändert hatte, insbesondere bei dem Gedanken, wie
sie sich verändert hatte. Sie strich sich eine Sträne ihres
kastanienbraunen Haares aus dem Gesicht. Außerhalb zogen goldene
Felder an der Kutsche entlang. Sie wendet sich dem Inneren zu.
Castiano,
ihr Begleiter sah sie besorgt an. “Botschafterin, geht es euch
gut?” Castiano war ein ehrgeiziger junger Mann, sie schätzte
Anfang 20. Er besaß dunkelblondes, gelocktes Haar, welches er zu
einem Seitenscheitel gekämmt hatte. “Ja, gewiss, ich war lediglich
in Gedanken,” antwortete sie ruhig. Sie sah sich ihn weiter an. Er
trug die Uniform eines Botschaftadjutanten, das dunkelblau stand ihm,
aber Katherina hatte andere Leute noch nie nach ihrem Äußeren
bewertet. Er war vielleicht etwa 1,80 groß, also etwas größer als
sie selbst und schlank, ohne dünn zu wirken. Es sah allerdings auch
nicht aus, als würde er sonderlich viel körperliche Kraft besitzen,
etwas, was viele seiner Generation gern vernachlässigten.
Katherina
sah an sich selbst herab. Sie hatte ihre schlanken Beine übereinander
geschlagen und das Leder ihrer Hosen glizzerte genauso, wie auch die
Bezüge der Sitze. Darüber trug sie eine edle Robe. Sie neigte den
Kopf ein wenig weiter und betrachtete kurz ihr Korsett. Ihrer Meinung
nach die gleichwohl beste, wie auch schlechteste Erfindung der
letzten 200 Jahre. Es war modisch und sah gut aus, gleichwohl aber
auch eng und teils unangenehm zu tragen.
Katherina
war typischer Weise schwarz gekleidet. Sie war beinahe immer in
dieser Farbe bekleidet, soweit sie sich erinnern konnte.
Das
Licht der Sonne schwand weiter und im Fenster sah sie nun ihr eigenes
Spiegelbild.
Eine junge Frau blickte sie an. Weiche Gesichtszüge, keine Falten,
wachsame, dunkle Augen. Was für Gefühle sah sie dort? Misstrauen,
Trauer, Hoffnung, Unsicherheit? Sie hatte nicht erwartet, dass sie so
gespannt darauf sein würde, ihre Heimat, wenn man es denn so nennen
konnte, wiederzusehen.
Ob
Heimat der richtige Begriff war? Sie hatte ihre Jugend in den
nördlichen Reichen verbracht, mit allem was dazu gehört, wenn man
in gewisser Weise pupertär ist. Jedenfalls wurde ein bleibender
Eindruck hinterlassen.
Aber
sie war nicht mehr dieses kleine Mädchen. Sie war erwachsen geworden
und als Botschafterin trug sie die Verantwortung für ihre Nation.
Ihre Aufgabe war es, die Nation, welche sie mitbegründet hatte, aus
der politischen Isolation zu befreien.
Das
Ziel der Reise war ein altes Schloss, Burg Neuenbrück. Dort würde
eine Konferenz stattfinden, mit Vertretern aller Länder. Das
Interessanteste wäre jedoch die Audienz mit dem Diktator der
Nordkalderischen Autokratie. Er führt sein Volk in Alleinherrschaft
und doch möchte es sich nicht erheben, sondern bejubelt beinahe
ausnahmlos seinen Herrscher, Harald Gustav Linn. Den Gerüchten
zufolge soll er charmant, intelligent, zuvorkommend, aber dennoch
durchsetzend und stark sein. Er wird als der perfekte Anführer
gesehen, Stratege und Charismat gleichermaßen. Wie wird sie ihn wohl
wahrnehmen? Genauso, oder wird er wieder so ein Schleimer und
Speichellecker sein, wie sie sie schon kannte?
Das Ende kam ein
bisschen plötzlich, hm? Es ist eben bisher nur ein Anfang, aber ich
hoffe dennoch, dass es nicht allzu schrecklich war und euch dieser
erste Einblick gefallen hat.
Es tun sich ja
einige Fragen auf, und es wird eine ganze Zeit brauchen, diese zu
beantworten.
Das war dann aber
genug für heute, man hört später von sich wieder.
generalkros